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DIHK veröffentlicht Konjunkturumfrage – Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen größtes Geschäftsrisiko

18.02.2025

Prognose: Nach zwei Jahren Rezession droht der deutschen Wirtschaft auch 2025 ein Krisenjahr. Für das Gesamtjahr rechnet die DIHK damit, dass das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 Prozent schrumpfen wird.

 

Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervor, an der sich rund 23.000 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen in Deutschland beteiligt haben.

"Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland 2025 zum dritten Mal in Folge sinkt. Aufgrund der Daten wird immer deutlicher, wie tief die Strukturkrise ist: 60 Prozent der Unternehmen sehen in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ihr größtes Geschäftsrisiko – ein Negativ-Rekord." Umso dringlicher sei es, so DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov, "dass die Politik ihre Neuaufstellung nach der Bundestagswahl nutzt, um endlich wieder klare Wachstumsimpulse zu setzen".

  • Zu Jahresbeginn 2025 zeichnet sich keine Verbesserung der konjunkturellen Lage ab. Lediglich 26 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Geschäftslage derzeit als „gut“ (gleichbleibend ggü. Herbst 2024).
  • Die Geschäftserwartungen der Unternehmen bleiben zu Jahresbeginn unverändert trüb. Ein Drittel der Unternehmen hat negative Geschäftserwartungen (gleichbleibend 31 Prozent).
  • Erstmals seit der Erhebung der Geschäftsrisiken im Rahmen der DIHK-Konjunkturumfrage sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen das am häufigsten genannte Geschäftsrisiko. Mit 60 Prozent liegen sie auf einem Allzeithoch (zuvor 57 Prozent). Knapp 7.000 Unternehmen haben bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen von der Möglichkeit der Freitextantworten Gebrauch gemacht. Das mit Abstand am häufigsten genannte Stichwort ist „Bürokratie“. Die zweit- und dritthäufigsten Geschäftsrisiken sind Inlandsnachfrage (59 Prozent) und Arbeitskosten (56 Prozent, Allzeithoch).
  • Die Exporterwartungen der Industrie verbessern sich etwas, bleiben jedoch trotz einer halbwegs robusten Weltwirtschaft im Saldo negativ: 28 Prozent der Unternehmen rechnen mit sinkenden Ausfuhren, nur 20 Prozent mit steigenden.
  • Die Unternehmen zeigen sich bei ihren Investitionsplänen im Inland weiterhin sehr zögerlich. Abermals planen nur 23 Prozent der Betriebe mit erhöhten Investitionen und ein Drittel gibt an, Investitionen verringern zu wollen.
  • Nur zwölf Prozent der Unternehmen planen für die kommenden Monate mit Beschäftigungszuwachs, fast jedes vierte (22 Prozent) mit Einschränkungen.
  • Eine angespannte Geschäftslage und negative Geschäftserwartungen lassen den Anteil der Unternehmen, die über Schwierigkeiten in der Finanzierung berichten, leicht ansteigen. Zwei von fünf Betrieben (42 Prozent nach zuvor 41 Prozent) schätzen ihre Finanzlage als problematisch ein.

 

Quelle: DIHK 1, DIHK 2