Wenn Roboter zu Wirtschaftssubjekten werden

Die Einstellung gegenüber Robotern und ihrer Rolle in der Gesellschaft schwankt seit jeher zwischen Angst und Faszination. Die Robotik-Revolution mit dem Ziel eines vollständig autonomen Unternehmens steht nun unmittelbar bevor. Was bedeutet dies für die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt?

  • © Pixabay/jarmoluk

Diese Mitarbeiterin ist ein Traum für jede Personalabteilung: Ihr Name ist Vera und sie führt an einem einzigen Tag bis zu 1.500 Jobinterviews. Sie verschickt sogar noch individuelle Folge-E-Mails. Und noch wichtiger für ihre Chefs: Wenn es nötig ist, arbeitet Vera Tag und Nacht und verlangt keine Bezahlung. Dabei läuft sie dennoch nicht Gefahr, auszubrennen.

Der offiziell als „Robot Vera“ bekannte Master-Recruiter aus Russland ist eine künstlich-intelligente Softwaretechnologie, die maschinell lernt. Auf diese Weise verfeinert Vera kontinuierlich ihre Kommunikationsfähigkeiten und passt diese individuell an. Derzeit wird das Programm von mehreren hundert Unternehmen, unter anderem von Ikea, eingesetzt, um die Suche nach neuen Mitarbeitern zu vereinfachen. Der Prozess beginnt, wenn Unternehmen Vera eine Stellenbeschreibung und Interviewfragen zur Verfügung stellen. Der mit Websites und Stellenanzeigen verknüpfte Roboter prüft Online-Lebensläufe und Bewerbungsschreiben und gleicht diese mit Stellenangeboten ab. Sobald eine Übereinstimmung auftritt, ruft Vera den Kandidaten an. Vielversprechende Kandidaten werden anschließend an Personalvermittler weitergeleitet, die die endgültigen Personalentscheidungen treffen. Das Programm ist vornehmlich spezialisiert auf Massenrekrutierungen im Baugewerbe oder Einzelhandel, kann prinzipiell aber für jede Branche angepasst werden.

Wenngleich Vera hoch effizient arbeitet, sind derartige Beispiele Horrorszenarien, die vielen Mitarbeitern durch den Kopf spuken, wenn es um Digitalisierung und die Roboterökonomie geht. Etablierte Geschäftsmodelle verschwinden völlig und es werden massiv Arbeitsplätze abgebaut – so die Sorge – und am Ende hat Kollege Roboter den Menschen völlig ersetzt. Das führt oft dazu, dass in vielen Chefetagen die Digitalisierung zwar zum verheißungsvollen Zauberwort geworden ist, sich in Wirklichkeit aber wenig tut. Industrie 4.0, automatisierte Prozesse und künstliche Intelligenz verunsichern Berufstätige stärker als bislang vermutet, fand auch eine Studie des Marktforschungsinstituts Rheingold heraus. Der Angsttreiber: Im Gegensatz zu den bisherigen industriellen Revolutionen, seien nicht allein die Arbeitsplätze von Arbeitern gefährdet, sondern schon bald würden sich Büroangestellte und selbst das Management vorsehen müssen. In Deutschland sind derzeit zehn Millionen Arbeitsplätze in irgendeiner Form vom Fortschritt der Robotertechnologie betroffen, in Slowenien sind es 300.000 Stellen.

Welche Folge hat die Roboterökonomie? Lesen Sie den gesamten Artikel in der Sommer-Ausgabe der Ambition hier.

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