Interview mit Anka Brus: Vollständiges Wissen gibt es nicht

Weder Unternehmen noch Geschäftsführer oder Mitarbeiter kommen angesichts von Robotik und Digitalisierung um lebenslanges Lernen herum, so Anka Brus. Als Geschäftsführerin des IT-Unternehmens Agitavit Solutions ist sie dies bereits gewöhnt. Sie appelliert, dass Unternehmen in der Arbeitswelt 4.0 ihre Mitarbeiter zwar durch ein aktives Change Management leiten müssen, aber auch jeder Einzelne für seine Zukunft selbst verantwortlich ist.

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AMBITION: Künstliche Intelligenz und Robotik führen zu einer Verlagerung der Arbeit von sich wiederholenden zu kreativeren Aufgaben. Welche Auswirkungen hat diese Trendwende für ihr Unternehmen innerhalb des kommenden Jahrzehnts?

ANKA BRUS: Ich gehe davon aus, dass sich Agitavit in den nächsten zehn Jahren zwar verändern wird, im Kern jedoch unverändert bleibt. Wir werden weiterhin in Service Excellence und die Entwicklung neuer Produkte auf Basis der aktuell verfügbaren Technologie investieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir unseren Grundwerten Kundenorientierung, Qualität, Know-how und Zusammenarbeit treu bleiben werden.

AMBITION: Ihr Unternehmen verdient Geld mit der Entwicklung digitaler Lösungen für andere Unternehmen. Wie führen Sie Ihre eigenen Mitarbeiter durch digitale Prozesse und die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen?

ANKA BRUS: In der IT sind wir an Veränderungen, kontinuierliches Lernen und Verbesserungen gewöhnt. Was ich während des Wachstums unseres Unternehmen gelernt habe, ist die Bedeutung einer guten Kommunikation und des Change Managements. Letzteres wird in vielen Unternehmen noch immer unterschätzt: So wird irrtümlicherweise angenommen, dass ein neues IT-System alle Probleme von selbst lösen kann. Wenn die Digitalisierung nicht durch eine ordnungsgemäße Kommunikation unterstützt wird, und alle betroffenen Mitarbeiter durch die Veränderung nicht geleitet werden, kann sie kaum erfolgreich sein. Anstatt von der Änderung zu profitieren, werden die Mitarbeiter diese ablehnen.

AMBITION: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse müssen Sie als CEO hinzugewinnen, um für das Berufsleben 4.0 gerüstet zu sein?

ANKA BRUS: Soft Skills werden für einen Geschäftsführer immer wichtiger. Ich glaube an Zusammenarbeit, offene und transparente Kommunikation. Ich ermutige meine Mitarbeiter, zu wachsen und Verantwortung zu übernehmen. Ich bin gerne Mentor und Coach. Um ein IT-Unternehmen zu führen, ist es wichtig, die Technologie zu verstehen und sie zu nutzen. Ich möchte immer selbst aktiv die Lösungen nutzen, die wir auf dem Markt anbieten und verstehen, welche Vorteile sie für das Unternehmen oder für den Einzelnen bringen. Ich denke, ich werde nie vollständiges Wissen und Fähigkeiten erlangen können – es gibt immer Raum für Verbesserungen, ich kann immer etwas Neues lernen. Ich weiß, dass ich bis zum Ende meiner Karriere weiter lernen werde.

AMBITION: Sie beraten viele kleine und mittelgroße Unternehmen und führen selbst ein Familienunternehmen. In solchen Firmen ist ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern ein entscheidender Wert. Beobachten Sie bei ihren Mitarbeitern oder Kunden Angst?

ANKA BRUS: Ich habe nicht den Eindruck, dass unsere Mitarbeiter oder unserer Kunden Angst vor der Zukunft haben. Zumindest in der IT erwarten wir nicht, dass die Zukunft dramatisch anders sein wird. Natürlich lernen wir die neuen Technologien kennen und ändern unsere Geschäftsmodelle und -prozesse – schließlich müssen wir flexibel sein und uns schnell anpassen. Aber im IT-Bereich leben wir bereits diese Zukunft.

Lesen Sie das gesamte Interview mit Anka Brus in der Sommerausgabe der Ambition hier.

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