OECD sagt Deutschland starkes Wachstum voraus

13.06.17 Wirtschaftsnachrichten

Quelle: Spiegel ONLINE

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft verbessern sich: Die OECD erwartet einen anhaltenden Aufschwung und ist mit ihrer Prognose sogar optimistischer als die Bundesregierung.

Die Industriestaaten-Organisation OECD sagt der deutschen Wirtschaft einen anhaltenden Aufschwung voraus. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr um 1,7 Prozent zulegen, erklärte die OECD. 2018 dürften es dann sogar 2,0 Prozent werden.

Damit ist die Organisation, zu der 35 Mitgliedstaaten gehören, optimistischer als die Bundesregierung, die der hiesigen Wirtschaft für 2017 nur ein Plus beim BIP von 1,5 und für 2018 von 1,6 Prozent voraussagt. Aus Sicht der OECD werden die geringe Arbeitslosigkeit und höhere Staatsausgaben den privaten Verbrauch weiter fördern.

"Niedrige Zinsen und die Zuwanderung dürften die Wohnungsbauinvestitionen stützen, die Unternehmensinvestitionen werden aber voraussichtlich nur langsam anziehen", schreiben die Autoren in ihrem Wirtschaftsausblick. Die Exporte werden laut der OECD von der starken Nachfrage aus Asien und den USA profitieren, werden sich allerdings abschwächen, wenn der Effekt der Euro-Abwertung der vergangenen Zeit abklingt. Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Euro in den vergangenen Jahren abwerten lassen. Denn das Aufblähen der Geldmenge ließ den Wert des Euros fallen - Anleger kauften stattdessen Dollar.

Auch zu dem international in die Kritik geratenen deutschen Leistungsbilanzüberschuss nahm die Organisation Stellung: Sie empfiehlt Reformen, um den Dienstleistungssektor stärker zu öffnen sowie Investitionen in die Infrastruktur. Diese Schritte seien geeignet, den "großen Leistungsbilanzüberschuss" zu verringern. Auch die EU-Kommission empfiehlt der größten Volkswirtschaft der EU durch finanzpolitische Instrumente die Binnennachfrage zu stärken und mehr zu investieren.

Quelle: Spiegel ONLINE